2000m² – genug für alle!

Es gibt Ideen, die sind so zwingend, dass man sich fragt, wieso niemand früher drauf gekommen ist. Teilt man die weltweit verfügbare Ackerfläche duch die Zahl der ErdenbewohnerInnen, erhält man knapp 2000m² pro Kopf.

Das gleichnamige Projekt in Berlin, der 2000m²-Acker, demonstriert, was an Vielfalt auf dieser begrenzten Fläche möglich ist, und dass sie im Prinzip ausreichen würde, um alle Menschen ohne Hunger gut mit Nahrung zu versorgen. Wenn es gerecht zuginge auf der Welt.

Geht es aber nicht: Die einen können mehr Ackerfläche nutzen, um ihren Bedarf an Lebensmitteln zu stillen. Die anderen haben weniger Fläche zur Verfügung, zählen mehr an hungrigen Mündern, und sie leben in der Regel in den südlichen Breiten.

Das Projekt 2000m² macht auf frappierend elementare Weise anschaulich, dass der Zusammenhang von Hunger, Armut und globaler Ungerechtigkeit kein Mysterium, sondern Menschenwerk ist, und damit veränderbar.

Um die Verhältnisse zu ändern, sind Ideen wie das 2000m²-Projekt nötig. Es bildet die Welt im Kleinen ab, macht sie anschaulich und zwingt so zum Nach- und Umdenken: BesucherInnen können miterleben, wie so eine Ackerfläche übers Jahr lebt, sich laufend wandelt. Sie lernen, dass unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten jeweils verschwenderische oder sparsamere Flächen- und Ressourcenverbräuche erzwingen. Welche Fülle an Essbarem es gibt, darunter alte und selten Sorten, deren Namen ungewohnt klingen; und wie wenig davon auf unseren Tellern vorkommt.

Das 2000m²-Projekt ist ein Labor, nein: eine kleine Universität in Fragen der Landwirtschaft, der Ernährung, des Klimawandels, der Biodiversität, der Bodenfruchtbarkeit, der Esskultur, der Gerechtigkeit und vielem mehr.

Daher ist es nur gut, dass diese kleine, informelle Universität vom westlichen Ende Berlins nunmehr an das weniger begüterte andere Ende der Stadt gewandert ist, nach Marzahn, wo sie doppelt Gutes bewirken kann, da es an vergleichbaren Lern- und Erfahrungsräumen mangelt, gerade für Kinder und Jugendliche.

Neben den wohlgeformten Rabatten der Internationalen Gartenausstellung 2017 – IGA gelegen, wird das Projekt 2000m² auch so manchen Blumenfreund irritieren und neugierig machen. Und vielleicht bewirken, dass er oder sie kurzerhand die Ärmel hochkrempelt, beherzt in den Acker greift, begreift, mehr begreift, und zugleich im Kleinen staunend der Blick auf’s große Ganze fällt.

Das wäre dann viel mehr als jemals zu erwarten war von einer Idee, an einem Sonntagnachmittag in Marzahn, zwischen Mittagessen und Kaffee.

Wir unterstützen das Projekt 2000m² im Jahr 2017 mit Networking und Ideen.

2000m² – genug für alle!

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